Verpackungsabfälle besser verwerten – aber wie?
Etwa 3 Milliarden Tonnen – so viel Abfall entsteht in den Ländern der Europäischen Union jedes Jahr. Für Luft, Grundwasser, Böden und das Klima im Allgemeinen sind diese Mengen eine enorme Belastung. In Deutschland kommen jährlich um die 50 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle zusammen – also alles vom Hausmüll über Sperrmüll, Bioabfälle bis hin zu Abfällen für die Getrenntsammlung. Die Zielsetzung ist deshalb klar: Das Abfallaufkommen muss reduziert werden. Ein zentraler Lösungsansatz: eine bessere Wiederverwertung. Dennoch bleibt die Frage: Welche Methoden sind für diese Aufgabe am besten geeignet? Möglichkeiten gibt es jedenfalls viele und neben dem Recycling spielt das Kompostieren eine immer größere Rolle. Vor allem für Verpackungsprodukte wie Versandkartons gilt es als Alternative zu herkömmlichen Recyclingverfahren.

Warum Wiederverwertung wichtig ist!
Tatsächlich ist es nicht allein die schiere Menge an Abfällen, die eine Wiederverwertung zu einer so dringlichen Aufgabe macht. Für eine funktionierende, effiziente Kreislaufwirtschaft gibt es viele gute Gründe:
- Mehr Recycling sorgt für weniger Müll auf den Deponien. Das wiederum entlastet die Umwelt: Es gelangen weniger Schadstoffe in die Böden und es entstehen weniger klimaschädliche Gase bei der Zersetzung der Abfälle.
- Der geringere Energiebedarf für Trennen, Aufbereiten und Wiederverwerten von Abfällen wirkt sich positiv auf die CO2-Bilanz aus.
- Hochwertige Rezyklate helfen dabei, den Verbrauch von Rohstoffen für neue Produkte zu verringern – schließlich sind diese nicht unbegrenzt verfügbar. Recycling ist aber keineswegs die einzige Möglichkeit, um in Zukunft für weniger Abfälle zu sorgen. Vermehrt wird auch nach biologischen Alternativen gesucht, um etwa Verpackungsabfälle in wertvolle Ressourcen umzuwandeln. Besonders beliebt ist in dieser Hinsicht die Möglichkeit, Verpackungen einfach zu kompostieren. Doch wie gut ist diese Option wirklich?
Recycling und Kompostierung im Vergleich
Ein Vergleich dieser beiden Verfahren ist nicht ganz einfach, denn grundsätzlich müssen jeweils verschiedene Techniken differenziert werden. Beim Recycling wird beispielsweise zwischen werkstofflicher und rohstofflicher Verwertung unterschieden. Bezogen auf Kunststoffe bedeutet das entweder
- eine Aufbereitung, bei der das Ausgangsmaterial im Wesentlichen erhalten bleibt (werkstofflich), oder
- das Zerlegen des Kunststoffs in seine Grundbausteine mit Hilfe (thermo-)chemischer Prozesse (rohstofflich).

Ist keine dieser beiden Möglichkeiten umsetzbar, bleibt immer noch die energetische Verwertung. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine Form des Recyclings: Die Abfälle werden schlicht zur Energiegewinnung (Wärme und/oder Strom) verbrannt. Auch beim Kompostieren lohnt sich ein genauerer Blick, da viele Begriffe in diesem Zusammenhang fälschlicherweise synonym verwendet werden. Vor allem sorgen die Bezeichnungen „biologisch abbaubar“ und „kompostierbar“ dadurch immer wieder für Unsicherheit – weil sich dahinter zwei unterschiedliche Konzepte verbergen. In beiden Fällen gilt zwar, dass die entsprechenden Materialien von Mikroorganismen zersetzt werden können (in Wasser, CO2 und Biomasse). Um als kompostierbar zu gelten, muss dieser Vorgang aber in einem wesentlich kürzeren Zeitraum ablaufen. Bei biologisch abbaubaren Materialien hingegen kann sich der Prozess sogar über viele Jahre hinziehen.
FAZIT
Trotz der Schwächen sind Recycling und Kompostierung wichtige Möglichkeiten, um Abfälle in Zukunft zu vermeiden und Ressourcen zu schonen. Innerhalb der EU werden deshalb zum Beispiel höhere Recyclingquoten gefordert, die in Deutschland bereits in das Verpackungsgesetz eingeflossen sind. Daneben soll es außerdem Vorgaben für die Verwendung von Rezyklaten in der Produktion geben. Wichtig ist in beiden Fällen, den Mehrwert der entstehenden Produkte nicht aus den Augen zu verlieren: Beim Recycling muss es darum gehen, Rohstoffe für die Kreislaufwirtschaft zu erhalten – in hoher Qualität. Das gilt in gleicher Weise für das Kompostieren. Selbst wenn die bisher verfügbaren kompostierbaren Verpackungen sich noch nicht als hochwertiger Dünger eignen, so fallen dennoch genug organische Abfälle an, die diesen Zweck sehr gut erfüllen. So können beide Konzepte ihren Teil zu kleineren Abfallmengen und besserem Umwelt- und Klimaschutz beitragen.

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