Der Druckprozess ist der erste Fertigungsschritt hin zu einer flexiblen Verpackung wie zum Beispiel FlowPacks, Standbodenbeutel oder Flachbeutel. Der Druck findet grundsätzlich auf Rolle statt (Rolle zu Rolle). Für die meisten Anwendungen wird die Druckfolie aus PET, BOPP oder MDO-PE dafür rückseitig / reverse bedruckt – das Motiv wird dadurch nach dem Kaschierprozess zwischen zwei Folienlagen eingeschlossen und ist somit sehr gut vor Abrieb geschützt. Flexible Verpackungen werden mit allen gängigen Drucktechnologien gedruckt – Digitaldruck, Flexodruck, Offsetdruck und Tiefdruck. Wir stellen die gängigsten Druckverfahren in diesem Artikel vor.
Digitaldruck
Der Digitaldruck eignet sich vor allem für kleine bis mittlere Auflagen und häufige Motivwechsel. Es werden keine Klischees oder Zylinder benötigt, wodurch Sorten/Motive sehr flexibel miteinander kombiniert werden können. Auch die Setup-Zeit ist sehr kurz und es können bei Möglichkeit verschiedene Aufträge miteinander kombiniert werden. Die Produktionszeit für digital bedruckte Folien beträgt meist nur wenige Tage.
Aktuell sind vor allem zwei Technologien am Markt verbreitet - Flüssigtoner-Technologie (HP-Indigo) und wasserbasierter Inkjetdruck. Die maximale Verarbeitungsbreite liegt zwischen 760 – 790mm. Sonderfarben wie Pantone können über diese Technologien ausschließlich simuliert werden (CMYK / Hexachrome). Die Druckgeschwindigkeit liegt je nach Druckverfahren, Farben und Material bei 25 – 80 Metern pro Minute und erfolgt üblicherweise revers auf die Rückseite der Druckfolie.
Flexodruck
Der Flexodruck stellt das klassische Druckverfahren für mittlere bis große Auflagen dar. Er bietet eine hohe Produktivität und umfangreiche Möglichkeiten bei Materialien, Farbauswahl und Veredelungsmöglichkeiten. Je Farbe entstehen im Flexodruck sogenannte Klischeekosten, welche abhängig von Größe und Anbieter Kosten in Höhe von 100 - 400 EUR je Klischee verursachen können. Je nach Motiv entstehen so schnell initiale Kosten in Höhe von 800 – 3200 EUR (je Motiv bei z. B. 8 Farben). Das Setup einer Flexodruckmaschine ist umfangreich und jedes Druckwerk muss einzeln gerüstet werden. Außerdem sind die Materialzuschüsse zum Einrichten der Maschine größer als bei vergleichbaren Digitaldruckanwendungen. Gängige Produktionszeiten belaufen sich auf 10 bis 30 Werktage.
Gängige Verarbeitungsbreiten werden in Schmalbahn (bis ca. 400mm), Mid-Web (bis 850mm) und Breitbahn (bis 1500mm) unterteilt. Die Druckgeschwindigkeit liegt je nach Maschinentyp, Anzahl der Farben und Material bei 300 bis 600 Metern pro Minute. Der Druck erfolgt meist revers auf die Rückseite des Materials – so wird die Druckfarbe nach dem Kaschieren zwischen den verschiedenen Kunststoffschichten eingeschlossen und geschützt. Auf der Außenseite können im Flexodruck außerdem partielle Lacke mit verschiedenen Oberflächen aufgebracht werden - dafür wird häufig eine Wendestation innerhalb der Druckmaschine genutzt, um das Material inline zu drehen.
Tiefdruck
Der Tiefdruck wird vor allem für sehr große, wiederkehrende Auflagen eingesetzt. Das Druckverfahren liefert eine sehr hohe und gleichmäßige Druckqualität, auch bei feinen Motiven. Wirtschaftlich ist das Verfahren jedoch erst ab sehr großen Auflagen, da initiale Kosten für die Gravur der Druckzylinder anfallen. Die Kosten je Zylinder belaufen sich auf 400 bis 2000 EUR je Farbe / Zylinder. Der Tiefdruck bietet ebenfalls die Möglichkeit zum Drucken von Sonderfarben wie Pantone. Gedruckt wird sowohl auf die Vorder- als auch die Rückseite der gewünschten Folie – stets abhängig vom Verwendungszweck und der geplanten Weiterverarbeitung.

Faltschachteln 





Versandkartons 





Standbodenbeutel 





Etiketten 





Papierdosen
Musterboxen 
