Mehr Qualität, bessere Wertstoffkreisläufe, weniger Abfälle
WARUM ES NEUE STANDARDS BRAUCHT
Der Anteil an Rezyklaten, also wiederaufbereiteten Kunststoffen, lag hingegen noch unter 14 Prozent. Das hat wirtschaftliche Gründe:
- Die Herstellung hochwertiger Rezyklate, die zu ebenso hochwertigen Produkten weiterverarbeitet werden können, ist relativ teuer.
- Rezyklate kosten daher im Vergleich zu Kunststoffneuware rund 25 Prozent mehr. • Günstiger ist daher die sogenannte energetische Verwertung, also das Verbrennen von Kunststoffen zur Energiegewinnung. Über 3 Millionen Tonnen Kunststoff (das sind 53 Prozent aller gesammelten Kunststoffabfälle in Deutschland) gingen so 2019 den Wertstoffkreisläufen verloren.

ENDLICH EINHEITLICHE STANDARDS
An diesem Punkt setzt die neue DIN SPEC 91446 zur „Klassifizierung von Kunststoff-Rezyklaten durch Datenqualitätslevel für die Verwendung und den (internetbasierten) Handel“ an. Die Arbeiten an dem neuen Standard begannen im Sommer 2020, seit Dezember 2021 steht er zur Anwendung bereit. Beteiligt war an der Entwicklung der einheitlichen Regelungen ein Konsortium aus insgesamt 16 Experten aus Wirtschaft und Forschung. Diese decken mit ihrer jeweiligen Fachkompetenz den ganzen Wertschöpfungskreislauf ab, von der Sortierung bis zum Handel mit den Rezyklaten.
Dass es vorläufig „nur“ bei einem Standard bleibt und noch keine Norm entstanden ist, hat gute Gründe:
- Den Standardisierungsprozess für eine DIN SPEC kann grundsätzlich jeder initiieren.
- Die DIN SPEC lässt sich theoretisch auch ohne Konsenspflicht veröffentlichen. Drei beteiligte Parteien sind zwar verpflichtend, diese müssen aber nicht alle Interessengruppen berücksichtigen. Das beschleunigt das Verfahren.
- Die Veröffentlichung erfolgt im Vergleich zu einer DIN NORM schneller. So lassen sich einheitliche Standards und Regelungen früher am Markt etablieren.
Abgesehen davon besteht durchaus die Möglichkeit, die DIN SPEC noch zu einer DIN NORM umzuwandeln. Ein entsprechender Antrag ist gestellt, um auf Basis der Standardisierung eine europaweit gültige Norm zu schaffen.
Die vorliegende DIN SPEC 91446 schließt aber schon in ihrer jetzigen Form bisherige Normierungslücken. Denn feste Normen bestanden bislang nur für PE-, PP- , PS-, PET- und PVC-Kunststoffe. Die sind allerdings einerseits materialspezifisch und andererseits nicht vollständig. Sie sind frei zugänglich und können somit von Handelsplattformen bis zur Politik angewendet werden.
MEHR DATENTIEFE, BESSERE IDENTIFIKATION, EFFIZIENTERE KREISLÄUFE
Dazu enthält der Standard folgende Regelungen:
- Er legt fest, welche Datenmenge und -qualität notwendig ist, um eine Materialklassifizierung vornehmen zu können. Dazu gehört auch ein System, mit dem sich die verschiedenen Kunststoffrezyklate anhand der Datentiefe einstufen lassen. Es besteht aus vier unterschiedlich umfangreichen Datenqualitätsstufen, die bei der Klassifizierung helfen.
- Er enthält außerdem Definitionen für eine eindeutige Kennzeichnung von Rezyklaten sowie von Rezyklatanteilen in Kunststoffmaterialien.
- Klare Definitionen gibt es darüber hinaus für Begriffe, für die einheitliche Bestimmungen bislang fehlten oder die unterschiedlich genutzt werden. Das betrifft sowohl Inputmaterialien, Recyclingprozesse sowie Kunststoffrezyklate als Werkstoffe.
Insgesamt soll die DIN SPEC 91446 dazu beitragen, die Wertstoffkreisläufe für Kunststoffe zu verbessern – mit dem Ziel, Rezyklate in größeren Mengen aus Sekundärrohstoffen zu gewinnen und für die Produktion in der gewünscht hohen Qualität bereitzustellen.

Faltschachteln 





Versandkartons 





Standbodenbeutel 





Etiketten 





Papierdosen
Musterboxen 



