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Ratgeber über Flexible Verpackungen

Flexible Verpackungen sind hochwertige Verpackungslösungen aus Kunststoff, Aluminium, Zellulose oder auch Papier und werden hauptsächlich in der Lebensmittel-, Chemie- und Kosmetikindustrie verwendet. Flexible Verpackungen werden sowohl als Primär- als auch Sekundärverpackung eingesetzt. Sie bieten bei Bedarf durch funktionale Barrieren langanhaltenden Schutz vor dem Durchdringen von Sauerstoff und Wasserdampf sowie vor Aromaverlust, Mineralölen und UV-Strahlung.

PP (Polypropylen)

Polypropylen (PP) gehört zur Gruppe der Polyolefinen und eignet sich auf Grund seiner vielseitigen Eigenschaften für viele Verschiedenen FlexPack-Anwendungen. Polypropylen dient dabei vor sowohl als Druck- und Siegelmedium. Im Zusammenspiel mit Barrieren wie AlOx, EVOH oder einer Metallisierung dienen BOPP-Folien als Funktionale Komponente in Mehrverbundfolien.

Folientypen & Einsatz

  • Orientierte PP-Folien (OPP/BOPP) dienen häufig als Druck- und Außenlage einer Verpackung (18-25 µm). Es besitzt gute Verarbeitungseigenschaften, hohe Stabilität und eine gute Optik. Nicht-siegelfähige BOPP-Folien dienen als Druckfolie und werden als Oberflächenfolie für komplexe Verpackungen wie Standbodenbeutel oder Seitenfaltenbeutel verwendet. Ein- oder beidseitig siegelfähige BOPP-Folien werden als Druck- und Siegelmedium eingesetzt.
  • Gegossenes PP (Cast-PP) besitzt hervorragende Stabilität und Siegeleigenschaften. Es wird in verschiedenen Stärken (20 – 150 µm) als Siegelmedium eingesetzt. Vor allem bei verunreinigten Siegelbereichen (z. B. durch Pulverreste durch den Abfüllprozess) bieten CPP-Siegelfolien Vorteile gegenüber dünnen BOPP-Folien.

Eigenschaften

Polypropylenfolien sind im Vergleich zu PE-Folien steifer und bieten je nach Folientyp verschiedene sog. SIT-Punkte (Seal Initiation Temperature / Siegeltemperaturen). Low-SIT-Folien (BOPP & CPP) haben je nach Ausführung Siegeltemperaturen im Bereich von ~85–95 °C, während Folien für Retortanwendungen oft höhere Siegeltemperaturen von 155-175 °C benötigen (Siegelnähte müssen auch bei 121-135 °C stabil bleiben). Thermostabile / nicht siegelfähige BOPP-Folien werden vor allem für Anwendungen eingesetzt, bei denen übereinanderliegende Folien unter keinen Umständen miteinander verschweißt werden dürfen (z. B. Bodenbereich eines Doypacks oder die Seitenfalten eines Seitenfaltenbeutels). PP wird bei Kälte spröde und eignet sich daher nicht für Tiefkühlanwendungen.

Reine PP-Folien sind in transparenter und weißer Ausführung erhältlich und bieten optimale Maschinenlauf-Eigenschaften. Besondere Eigenschaften weisen geschäumte BOPP-Folien auf – sie sind leichter, bieten eine verbesserte Opazität und liefern eine erhöhte thermische Isolierung.

PP bietet eine gute Wasserdampfbarriere (WVTR), für Hochbarriere-Folien werden in der Praxis zusätzliche Barrieren wie EVOH, AlOx oder Metallisierungen ergänzt.

Recycling

In Monomaterial-Strukturen können PP-Folien mechanisch sehr gut recycelt werden. Der Zusatz von Druckfarben, Klebstoffen oder Barrieren kann das mechanische Recycling beeinflussen oder die Recyclingquote reduzieren.

Quellen Stand 23.01.2025:

  • Recyclass;
  • CEFLEX;
  • Plasticseurope

Über den Autor

Lasse Harder

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