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Ratgeber über Flexible Verpackungen

Flexible Verpackungen sind hochwertige Verpackungslösungen aus Kunststoff, Aluminium, Zellulose oder auch Papier und werden hauptsächlich in der Lebensmittel-, Chemie- und Kosmetikindustrie verwendet. Flexible Verpackungen werden sowohl als Primär- als auch Sekundärverpackung eingesetzt. Sie bieten bei Bedarf durch funktionale Barrieren langanhaltenden Schutz vor dem Durchdringen von Sauerstoff und Wasserdampf sowie vor Aromaverlust, Mineralölen und UV-Strahlung.

Aluminium

Aluminium (ALU) wird in Verpackungsfolie als dünne Funktionslage eingesetzt, wenn besonders hohe Schutzfunktionen erreicht werden möchten. Mit Hilfe von Aluminiumbarrieren werden ultimative Sauerstoff-, Wasserdampf- und Lichtbarrieren erreicht. Der gängigste Anwendungsfall ist als Mittellage im Materialverbund PET/ALU/PE; dieser schützt das empfindliche Aluminium und ermöglicht gleichzeitig die besten Verarbeitungseigenschaften.

Eigenschaften

  • Optik: Opak / silber
  • Barriere: Sehr hohe Sauerstoff- (O₂) und Wasserdampfbarriere (H₂O)
  • Schichtstärke: Gängig 2 - 20 µm
  • Anmerkung: Aluminium ermöglicht absolute Barrieren, ist jedoch mechanisch empfindlich. Knicke und Pinholes reduzieren die Barriereleistung drastisch.

Einsatz

Aluminiumfolie wird meist zwischen unterschiedlichen Kunststofflagen (z. B. PET/ALU/PE) eingesetzt, um ultrahohe Barrieren für besonders empfindliche Produkte zu ermöglichen. Das PET dient als Druckfolie, das PE als Nutzschicht mit guten Siegeleigenschaften. Alu-Barrieren werden vor allem im pharmazeutischen Bereich, für empfindliche Lebensmittel wie Babyfood oder als Korrosionsschutz in der Industrie- und Elektronikbranche verwendet. Vor allem immer dann, wenn neben Sauerstoff- und Wasserdampfbarrieren auch sehr hohe Licht- und Aromabarrieren benötigt werden.

Barriereleistung

Aluminiumbarrieren erreichen ab einer Schichtstärke von 17 µm absolute Barrieren gegen Sauerstoff und Feuchtigkeit. In den gängigen Anwendungsdicken von z. B. 9 µm können OTR-Werte von 0,05 und WVTR-Werte von 0,03 erreicht werden. Aluminiumbarrieren sind dabei nicht von Feuchtigkeit oder Temperatur beeinflusst, reagieren jedoch sensibel auf mechanische Beanspruchung. Einzelne Knicke und Pinholes können die Barriereleistung massiv reduzieren.

Recycling

Aluminiumfolie ist aus Sicht des mechanischen PE-/PP-Recyclings ein nicht-kompatibler Fremdstoff (kein „reines“ Polyolefin-Monomaterial mehr). RecyClass stuft Aluminium in den aktuellen Film-Guidelines als "nicht kompatibel” für PE- und PP-Folien ein – nicht recycelbar.

Die Entsorgung solcher Verbundmaterialien erfolgt über den Gelben Sack, um wertvolle Rohstoffe nicht zu verschwenden - über Pyrolyse wird das Aluminium zurückgewonnen, der Kunststoffanteil wird jedoch noch nicht werkstofflich recycelt.

Quellen Stand 23.01.2025:

  • J. Kerry (Woodhead Publishing): Aluminium foil packaging;
  • ILSI Europe Report (Multilayer Packaging, Material-/Dickenangaben);
  • CEFLEX D4ACE: Recyclability

Über den Autor

Lasse Harder

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