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Wissenstwert

Ratgeber über Flexible Verpackungen

Flexible Verpackungen sind hochwertige Verpackungslösungen aus Kunststoff, Aluminium, Zellulose oder auch Papier und werden hauptsächlich in der Lebensmittel-, Chemie- und Kosmetikindustrie verwendet. Flexible Verpackungen werden sowohl als Primär- als auch Sekundärverpackung eingesetzt. Sie bieten bei Bedarf durch funktionale Barrieren langanhaltenden Schutz vor dem Durchdringen von Sauerstoff und Wasserdampf sowie vor Aromaverlust, Mineralölen und UV-Strahlung.

Metallisierung

Bei Metallisierungen handelt es sich um aluminiummetallisierte Barrieren, die mittels Vakuumbeschichtung (PVD), nanometerdünn auf eine Trägerfolie (z. B. BOPP oder PET) aufgebracht werden. Dabei werden mithilfe von geringstem Materialeinsatz sehr hohe Sauerstoff-, Wasserdampf- und Lichtbarrieren ermöglicht.

Eigenschaften

  • Optik: Opak / silber / reflektierend
  • Barriere: Sehr hohe Sauerstoff- (O₂) und Wasserdampfbarriere (H₂O)
  • Schichtstärke: Nanometerbereich
  • Anmerkung: Die guten Barriereeigenschaften können durch mechanische Beanspruchung und Mikrodefekte verschlechtert werden.

Einsatz

Metallisierte Barrierefolien werden häufig als funktionale Mittellage in Verbund- oder Monomaterialien (PETmet/PE, OPPmet/CPP) angewendet, bei denen zusätzlich zur Sauerstoff- und Wasserdampfbarriere, eine Lichtbarriere benötigt wird (z. B. für Kaffee, Snacks und Pulverprodukte).

Barriereleistung

Metallisierte Folien ermöglichen ultrahohe Barrieren mit ORT- und WVTR-Werten von <= 0,1. Die Barriereleistung hängt dabei von Metallisierungsqualität, Schichtdicke, Gesamtverbund und den Prüfbedingungen ab. Bei der Folienverarbeitung kann es durch mechanische Beanspruchung zur Reduzierung der Barriereleistung kommen – verantwortlich dafür sind Knicke und Materialdehnung.

Recycling

Metallisierte PP-Monomaterialien (OPPmet/CPP) sind werkstofflich recycelbar, da sich die Schichtstärke der Metallisierung im Nanometerbereich befindet. In der Praxis können Metallisierungen die Sortierung beeinflussen, falls diese auf der Verpackungsaußenseite durch Reflektionen sichtbar ist. Wird die Metallisierung deckend überdruckt oder nicht sichtbar im Materialkern eingeschlossen, erkennen NIR-Systeme die Materialien zuverlässig. Sowohl Verbund- als auch Monomaterialien mit Metallisierung sollten in Deutschland über den Gelben Sack entsorgt werden.

Die Rezyklatqualität kann je nach Prozess zu optischen Eintrübungen des Rezyklats führen. Eine Verarbeitung ist dennoch möglich, die Reinheit und das Erscheinungsbild kann jedoch eingeschränkt sein. Rezyklate daraus werden häufig für Anwendungen mit geringeren optischen Anforderungen verwendet (z. B. in Non-Food-Anwendungen).

Quellen Stand 23.01.2025:

  • ZSVR (Mindeststandard 2025);
  • CEFLEX: NIR-Sortierung bei außen sichtbarer Metallisierung;
  • Taghleef Industries

Über den Autor

Lasse Harder

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