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Ratgeber über Flexible Verpackungen

Flexible Verpackungen sind hochwertige Verpackungslösungen aus Kunststoff, Aluminium, Zellulose oder auch Papier und werden hauptsächlich in der Lebensmittel-, Chemie- und Kosmetikindustrie verwendet. Flexible Verpackungen werden sowohl als Primär- als auch Sekundärverpackung eingesetzt. Sie bieten bei Bedarf durch funktionale Barrieren langanhaltenden Schutz vor dem Durchdringen von Sauerstoff und Wasserdampf sowie vor Aromaverlust, Mineralölen und UV-Strahlung.

Barrierefolien im Vergleich

Um die Haltbarkeit von empfindlichen Produkten wie Lebensmittel oder Pharmazeutika gewährleisten zu können, müssen diese vor unterschiedlichen Umwelteinflüssen geschützt werden. Um diesen Schutz gewährleisten zu können reichen einfache Folien aus PP oder PE nicht aus, sondern es benötigt sogenannte funktionelle Barrieren. Diese schützen das Produkt je nach eingesetzter Barriere unterschiedlich stark vor Sauerstoff, Wasserdampf, Aromaverlust, UV-Strahlung.

Wie eine funktionelle Barriere genau funktioniert, werden wir hier nicht tiefergehend erläutern. Mehr erfährst du in unserem Ratgeber: Barrierefolien

Die unterschiedlichen Stoffe, gegen welche eine Barrierefolie wirkt, werden in verschiedenen Parametern wiedergegeben (WVTR z. B. Wasserdampf oder ORT z. B. Sauerstoff). Diese können je nach Prüfmethode und Messbedingung unterschiedlich ausfallen. Wenn keine Möglichkeit besteht, durch umfangreiche Abfüll- und Lagertests verschiedene Barriereausführungen unter realen Bedingungen zu validieren, kann das Internet zwar erste grobe Anhaltspunkte liefern, eine belastbare Bewertung jedoch nicht ersetzen. In solchen Fällen empfehlen wir, die Verpackung im Zweifel mit einer eher höheren als zu geringen Barriere zu versehen, da der Produktschutz stets im Vordergrund stehen sollte.

Aluminium, Metallisierung, AlOx & EVOH - der Vergleich

In der folgenden Tabelle vergleichen wir die gängigsten Barrieren und zeigen außerdem auf welche Besonderheiten genau geachtet werden sollte.

BarriereOTRWVTRAromaFettLicht / UVRecyclingWorauf achten?
Aluminium★★★★ ★★★★ ★★★★ ★★★★ ★★★★Nicht recycelbarKnicke/Pinholes möglich
Metallisierung (UHB)★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★Möglich, aber Rezyklat kann optisch „verunreinigen"Oberflächenfarbe & Sortierung beachten
AlOx (UHB)★★★★★★★★★★★★★★ Sehr gut in Mono-PE/PP Mechanisch sehr sensibel, Knicke / Pinholes
EVOH★★★★★★★★★ Gut, wenn Anteil niedrig (z. B. ≤5%) Barriereleistung von Feuchtigkeit abhängig

Legende: — = keine/kaum | ★ = niedrig | ★★ = mittel | ★★★ = hoch | ★★★★ = ultra-hoch

Unter Berücksichtigung von Recyclingfähigkeit und Design-for-Recycling empfiehlt es sich, Aluminiumbarrieren nach Möglichkeit zu vermeiden, wenn ein Monomaterial-Ansatz (PE/PP) im Vordergrund steht. Eine sehr leistungsfähige Alternative sind heute metallisierte Barrieren im UHB-Segment (Ultra High Barrier): Sie erreichen in vielen Anwendungen Barrieren auf sehr hohem Niveau und können – insbesondere in PP-Monostrukturen und bei eingeschlossener (nicht sichtbar reflektierender) Metallisierung – grundsätzlich werkstofflich verwertet werden, auch wenn die Optik des Rezyklats je nach Prozess etwas „unreiner“ ausfallen kann. Benötigst du keine maximale Barriere über das gesamte Spektrum (vor allem keinen Licht/UV-Schutz), ist häufig eine AlOx-Barriere sinnvoll: Sie bietet sehr hohe OTR/WVTR bei Transparenz und ist in polyolefinischen Monoströmen (ohne zusätzliche problematische Coatings) meist DfR-seitig am saubersten. Im Lebensmittelbereich werden außerdem häufig EVOH-Barrieren eingesetzt: Sie liefern eine sehr hohe Sauerstoff- und Aromabarriere, während die Wasserdampfbarriere in der Praxis meist über PE- oder PP-Außenlagen im Verbundaufbau abgesichert wird (EVOH sollte dabei feuchtegeschützt im Laminat liegen).


Quellen Stand 30.03.2026:

  • RecyClass Dfr-Guidelines;
  • SVC (AlOx-Barriereschichten: hohe Barriere, Prozess-/Stresssensitivitäten);
  • CEFLEX NIR-Tests (Einfluss der Oberfläche/metallisierter Optik auf Sortierbarkeit),
  • ILSI Europe Report (OTR/WVTR-Einordnung: metallisierte OPP, EVOH; Feuchteabhängigkeit EVOH).
  • Journal of applied packaging research (Influence of Pinholes on Water Vapor and Oxygen
    Permeation of Packaging Foil and Films)

Über den Autor

Lasse Harder

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